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Studiensemester 20

 I https://open.spotify.com/track/155VhO5SaeFUz107dXb9CY?si=acd40ce6897e4fe5 Erstes Semester. Rilke ( Malte ) gelesen im Seminar Techniken und Methoden . Totale Überforderung angesichts einer poetisch überdehnten Sprache. Wo ist mein Deutsch-LK hin? Dennoch entschlossene Schritte durch die Flure der ehernen Hallen. Kneipenabende. Suche nach einer Theatergruppe, die den Jugendclub ersetzt. Beim Rauchen Danny getroffen. Er ist wie Patty Smith aus dem Westerwald. II https://open.spotify.com/track/7szSKbfOH6zOB9AZy4nb5y?si=c077c9fd74f246fc Eine Horde Althippies ist jetzt meine Theatergruppe. Wir proben im Keller eines Bio-Supermarkts. Ich finde keine Band. Besteigung des Mont Ventoux, Sonette an Laura. Kleists Verhältnis zur Gewalt III https://open.spotify.com/track/7C5wHXSgeaMa9gBYxOByub?si=e7355a30e29b424b Referat über Heinrich Bölls Ansichten eines Clowns. Ganz schön schwer, valides Zeug über Literatur zu sagen. Die Thesen werden dennoch immer wilder... IV https://open.spotify.com/t...

Bitte aus dem Småland abholen / Ersatzgerichtsbarkeit / Repräsentation / Gerede

In der Kantine wird geprahlt. Das war schon immer so. Kantine ist Dauerkarneval. Oder Oktoberfest. Die ganze Wucht des übers Jahr unterdrückten Triebgeschehens kommt da heraus. Das steht so auch in Heinrich Manns MEPHISTO. Da finden die Hahnenkämpfe statt. Es scheint der Ort der Zuengung zu sein, während die Probebühne für Ausweitung steht. Und die Garderobe für Intimität. Da, wo man die heimlichen Fotos macht, die man dann bei der staatlich subventionierten Semmel und dem Selbstkostenbierchen publiziert. Und es wird geredet. Das Gerede ist für viele, die nicht an Wahrheit glauben, das liebste Verfahren ohne Regeln. Sie feiern sich im Gerede als virile Zerstörer. Als Justitia mit Lederjacke und dem scharfen Schwert der Polemik. Und der retrospektiven Reformation: "Warum haben denn die Booking-Agenturen beim Herrn im Himmel nicht untereinander kommuniziert um so etwas zu verhindern...?" ( Waffengesetzenarren ). Es ist dies ein vorgeblich Anteil nehmender Gestus der sogenannten...

Daten / Schutz / Gibs auf

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Ich möchte die Frage in den Raum stellen, ob wir in einer Zeit leben, in der immer mehr dinge des Alltags einfach so verfügbar sind In den guten alten Neunzigern noch mit Telefonkarte auf dem Festnetz meiner Kumpels angerufen. Hallo, ist der Rafi da? JA, ich geb ihn dir mal... Oder das Rattern des Stempels, wenn ich meine Streifenkarte entwerte und in eine UBahn steige, zu der ich 20 Minuten irren musste ("sorry, wissen Sie, wie man zur Implerstraße kommt..?") Alles irgendwie widerständig und verzögernd Back in the Days  Heute -- in Zeiten vereinfachter Genehmigungsverfahren für LNG-Terminals -- ist alles einfach da und ohnehin viel einfacher Die Voicemail ist für Seelenstriptease, der Anruf, wenn man vor Einsamkeit fast stirbt und unbedingt SOFORT ein Gegenüber braucht, die Fahrkarte wird geswiped der Weg gemapsed und Lime Roller all over the place und ohnehin ist alles auf dem Smartovic. Wenn das streikt, liegt der ganze Alltag in Trümmern. Deshalb sind wir gut zu ihm und ...

Genrekritik eines Arbeitslosen / heute: Werbung für Theater in Zeiten des Algorithmus

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Zuschauerinnen und Zuschauer!  Welches ist die unkontrollierbarste Kraft, die unser Leben zerfurcht? Die Bombe, die platzt, wenn wir unseren Alltag mühsam gerade so zurechtgelegt haben? Das Unwetter, das uns zwingt, alle Pläne über den Haufen zu werfen, und uns hilfesuchend irgendwo unterzustellen? Der Realitätseinbruch, der unsere Gedanken ganz vereinnahmen kann, und unsere Handlungen in Beschlag nehmen, bis hin zur genussvollen Selbstaufgabe?  Wahrscheinlich doch die Liebe.  Für alle, die noch nicht restlos davon überzeugt sind, dass man die Partnerwahl an ein Computerprogramm auslagern kann, um sich “jemanden zu suchen”, der gerade optimal in die eigene Lebensbiographie passt, muss Werther ein spannendes aber auch erschreckendes Anschauungsbeispiel abgeben. Die Figur aus dem Briefroman Goethes, deren sprunghafte Heißblütigkeit für eine ganze Literaturepoche bildgebend geworden ist, wollen wir durch die verschiedenen Stadien der Obsession mit zugewandtem Blick begleiten...

über Zeit / Dankbarkeit / Pietismus

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Das Feuilleton streitet layed back drüber, ob Mastodon aufmerksamkeitssoziologisch ein Feature oder ein Bug in unseren insanen Zeiten ist Meine Bauchdecke, in der es pulsiert Meine aufgebissene Lippe Sprechen eine andere Sprache. Schreien ein empörtes "Gibs auf" dem Gerede entgegen, das wie das Orchester auf der Titanic selbstgerecht dem Schönen zugewandt ist (Wo wir uns doch eigentlich betrauern sollten oder in beharrlicher Introspection selbst heilen)   -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Wenn man auf Facebook oder Instagram unterwegs ist, dann versteht man das schon. Man versteht, dass der Mensch ein Bedürfnis hat, mit seinem kulturellen Kapital zu posen (nicht zuletzt, weil man ja auch seinen eigenen gestiegenen Marktwert geltend machen muss, um später wiederum bessere DEALS machen zu können). Man versteht, dass es so lange nicht halb so schön ist zum Oberrottenführer aufgestiegen zu sein, ...

Open Call für Verbesserungsvorschläge / Bitte kommentieren - die Spalten sind offen

  T#RÄUME#N   Konzept von Janik Hauser T#RÄUME#N   A b s t r a c t Ausgehend von meinem Vorsprechen bei Ihnen am Theater möchte ich im Folgenden gerne ein Konzept für eine Theaterinstallation vorlegen, die sich an Familien, d.h. junges und erwachsenes Publikum richtet. Das Format ist low-budgétaire und als experimentell zu bezeichnen, weil es einerseits immersive Elemente zu entwickeln versucht, ganz allgemein jedoch auf die aufmerksamkeitslenkende „Dramaturgie“ von Literaturtheater (im weiteren Sinne) verzichtet. a) Vorgeschichte Während meiner Zeit als Dramaturgie-Student in Frankfurt hatte ich das Vergnügen als eine Art outside-Eye die Produktion ROOMS von der Performance-Gruppe Hella Lux entstehen zu sehen und insbesondere deren Arbeitsweise bezüglich Interviews sowie Licht- und Raumregie zu beobachten. Gleichzeitig habe ich im Seminargespräch an der Goethe-Universität im Rahmen des sog. „Coaching Dramaturgie“ die Gelegenheit genutzt, meinen Kommilliton*innen jene ...

Oswald Wiener II

 Lieber Dieter, lieber Walther,  schon länger habe ich mir vorgenommen, einmal meine Gedanken zu einer Lesung von Oswalds Buch im Axbax schriftlich zu konkretisieren. Und wer gackert, muss auch legen.  Ich möchte vom Kern her beginnen: eine Lesung ist für mich ein Moment der gemeinschaftlichen Aufmerksamkeitslenkung. Im Vordergrund steht die mündlich verkörperte Schriftsprache des Autoren. Hierbei passieren zwangsläufig "Übersetzungen" und "Korrekturen" durch den Vorleser. Der Autor wird sie nicht immer lieben können. Wird sogar mit der zuckerglasierenden Rauhheit der (Schauspieler-)Stimme konfrontiert sein, die ggf. die Rhetorik des Textes noch weiter hintertreibt. Aber damit wird er leben müssen. Er kann sich ja im nachhinnein (oder währenddessen?) um Richtigstellung bemühen, wenn alle ihn mit Fragen löchern. Genauso wichtig ist allerdings die Peripherie: Darf geraschelt und gezapft werden, währenddesen? Wie ist der Einlass organisiert? Wer wird eingeladen? Zu wel...