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Genrekritik eines Arbeitslosen / heute: Werbung für Theater in Zeiten des Algorithmus

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Zuschauerinnen und Zuschauer!  Welches ist die unkontrollierbarste Kraft, die unser Leben zerfurcht? Die Bombe, die platzt, wenn wir unseren Alltag mühsam gerade so zurechtgelegt haben? Das Unwetter, das uns zwingt, alle Pläne über den Haufen zu werfen, und uns hilfesuchend irgendwo unterzustellen? Der Realitätseinbruch, der unsere Gedanken ganz vereinnahmen kann, und unsere Handlungen in Beschlag nehmen, bis hin zur genussvollen Selbstaufgabe?  Wahrscheinlich doch die Liebe.  Für alle, die noch nicht restlos davon überzeugt sind, dass man die Partnerwahl an ein Computerprogramm auslagern kann, um sich “jemanden zu suchen”, der gerade optimal in die eigene Lebensbiographie passt, muss Werther ein spannendes aber auch erschreckendes Anschauungsbeispiel abgeben. Die Figur aus dem Briefroman Goethes, deren sprunghafte Heißblütigkeit für eine ganze Literaturepoche bildgebend geworden ist, wollen wir durch die verschiedenen Stadien der Obsession mit zugewandtem Blick begleiten...

über Zeit / Dankbarkeit / Pietismus

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Das Feuilleton streitet layed back drüber, ob Mastodon aufmerksamkeitssoziologisch ein Feature oder ein Bug in unseren insanen Zeiten ist Meine Bauchdecke, in der es pulsiert Meine aufgebissene Lippe Sprechen eine andere Sprache. Schreien ein empörtes "Gibs auf" dem Gerede entgegen, das wie das Orchester auf der Titanic selbstgerecht dem Schönen zugewandt ist (Wo wir uns doch eigentlich betrauern sollten oder in beharrlicher Introspection selbst heilen)   -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Wenn man auf Facebook oder Instagram unterwegs ist, dann versteht man das schon. Man versteht, dass der Mensch ein Bedürfnis hat, mit seinem kulturellen Kapital zu posen (nicht zuletzt, weil man ja auch seinen eigenen gestiegenen Marktwert geltend machen muss, um später wiederum bessere DEALS machen zu können). Man versteht, dass es so lange nicht halb so schön ist zum Oberrottenführer aufgestiegen zu sein, ...

Open Call für Verbesserungsvorschläge / Bitte kommentieren - die Spalten sind offen

  T#RÄUME#N   Konzept von Janik Hauser T#RÄUME#N   A b s t r a c t Ausgehend von meinem Vorsprechen bei Ihnen am Theater möchte ich im Folgenden gerne ein Konzept für eine Theaterinstallation vorlegen, die sich an Familien, d.h. junges und erwachsenes Publikum richtet. Das Format ist low-budgétaire und als experimentell zu bezeichnen, weil es einerseits immersive Elemente zu entwickeln versucht, ganz allgemein jedoch auf die aufmerksamkeitslenkende „Dramaturgie“ von Literaturtheater (im weiteren Sinne) verzichtet. a) Vorgeschichte Während meiner Zeit als Dramaturgie-Student in Frankfurt hatte ich das Vergnügen als eine Art outside-Eye die Produktion ROOMS von der Performance-Gruppe Hella Lux entstehen zu sehen und insbesondere deren Arbeitsweise bezüglich Interviews sowie Licht- und Raumregie zu beobachten. Gleichzeitig habe ich im Seminargespräch an der Goethe-Universität im Rahmen des sog. „Coaching Dramaturgie“ die Gelegenheit genutzt, meinen Kommilliton*innen jene ...

Oswald Wiener II

 Lieber Dieter, lieber Walther,  schon länger habe ich mir vorgenommen, einmal meine Gedanken zu einer Lesung von Oswalds Buch im Axbax schriftlich zu konkretisieren. Und wer gackert, muss auch legen.  Ich möchte vom Kern her beginnen: eine Lesung ist für mich ein Moment der gemeinschaftlichen Aufmerksamkeitslenkung. Im Vordergrund steht die mündlich verkörperte Schriftsprache des Autoren. Hierbei passieren zwangsläufig "Übersetzungen" und "Korrekturen" durch den Vorleser. Der Autor wird sie nicht immer lieben können. Wird sogar mit der zuckerglasierenden Rauhheit der (Schauspieler-)Stimme konfrontiert sein, die ggf. die Rhetorik des Textes noch weiter hintertreibt. Aber damit wird er leben müssen. Er kann sich ja im nachhinnein (oder währenddessen?) um Richtigstellung bemühen, wenn alle ihn mit Fragen löchern. Genauso wichtig ist allerdings die Peripherie: Darf geraschelt und gezapft werden, währenddesen? Wie ist der Einlass organisiert? Wer wird eingeladen? Zu wel...

(Gastbeitrag) Galerie König / Machtmissbrauch im Kleinen / Geschichten aus dem KitKat/ Revision

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Mein Großvater, den ich sehr respektiere, sagt öfter zu mir: Wenn man mit dem Finger auf jemanden zeigt, zeigen zwei Finger zurück. Ich denke die Bauernregel trifft zu. Angeschrieben mit flinken Fingern gegen das Patriarchat, krawallsüchtig wie Alice S, in der Hoffnung den kleinen hässlich fragilen Kobold in Dir selbst, dir damit vom Leibe zu schreiben. Vielleicht deshalb der große Enthusiasmus. Die vorpreschende rauschhafte Entschlossenheit, wie der Kohlhaas alle Brücken abzubrennen. AUS DEM WUNSCH EINER SCHRIFTLICHEN SELBSTERNEUERUNG BEIZUWOHNEN. Von diesen Gesten sind jetzt nur noch ein Scherbenhaufen übrig. Das vergilbte Papier ekelt mich an, wie Raucherzähne und Raucherfinger. Die Scham regiert wieder. Sie ist der unabänderliche Fall nach dem Hochmut der Akkusation. Der verdiente Kater nach dem Gerechtigkeitsrausch. Dem Ich-Nicht-Theater (als Gegenparty zu #metoo). Tatsächlich passt die Theatermetapher gar nicht mal so schlecht. So ist das mit der Poesie. Sie pickt auch mal ein Ko...

mal d archive

  A Auslastung : hälftige Auslastung als das neue „Ausverkauft“ – schwindende Besucherzahlen und verändertes Selbstverständnis der Theater (DB 8 22 40); Maximierungsbestreben vonseiten des Theaters Bonn unter Zuhilfenahme von Big Data (TM 11 22 12) Anthropozentrismus im Tanz (F5 23 22 11) Arbeit an der Kultur als zeitgenössische Flucht vor einer sozialen Kompetenzgewinnung die gleichzeitig Fluchtpunkt einer richtig verstandenen Kulturarbeit sein könnte (KATJA) Aufnahmeprüfung von Schauspielschulen als in ihrer Anfälligkeit für Körperzuschreibungen ggf. zu überprüfende bzw. „irritierbare“ „Nadelöhre“ eines „sozialen Feldes“ ( FmT 33 [LD1]   22 120) Ambiguitätstoleranz als gruppenbildender pädagogischer Impetus zeitgemäßer Theaterarbeit mit Jugendlichen (KJ 3 22 30) B Bisexualität: B. als Skandalon (8 14468) [LD2]   Biografie: biografische Selbstoffenbarung als durch die „sozialen Medien“ zunehmend gleichsam ‚ausgebeutete‘ Darstellungsform und Basis bür...