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inverse morgenroutine / eine hosenrolle

Knossi Pauser      (der Intendant, Mentor, beste Freund, Lover; hier Assistent bei der Morgenroutine)   Die Fee Emilia      (seine Muse und Erfüllungsgehilfin)     In Morgenrock und Negligée am Schminktisch       K.P.: Ich reiche Dir einen Schluck Wasser mit Öl zum Gurgeln gegen die bösen Geister und um innerlich porentief zu reinigen während außen Puder und Rouge ausreichend sein dürfte   E.: Es tut immer ein wenig weh, den Mundgeruch gehen zu lassen, weil er das letzte wäre, was euer blindes Begehren noch umbiegen hätte können   K.P.: Voll schade   E.: Passt schon   K.P.: Ne, passt nicht. Hundeblick Mich interessiert, was du fühlst. Wenn und soweit ich dadurch Forderungszuständigkeit ergattern kann. Wenn wir Freunde wären...   E.: Ich danke Dir, dass du meiner Morgenroutine assistierst, auch wenn Dir der Sinn fürs Profane fehlt.   K.P.: ...

Warum ich diesen text schreibe, wenn sie wollen

Frankfurt, Dramaturgie, 3. Mastersemester Chris Merken (so etwas wie der weiße heterosexuelle Saraswati ) beklagt sich im COACHING DRAMATURGIE, dass man als Produktionsdramaturg in der freien Szene zunehmend das Marketing, die Akquise von Fördermitteln (und andere nicht-künstlerische Aufgaben) mitübernehmen müsse. Wir alle jung und voller Hoffnung, können uns einer gewissen Befremdung nicht erwehren, dass da jemand sitzt, der sich ÜBERHAUPT WAGT ZU BEKLAGEN, WÄHREND ER GLEICHZEITIG EINEN JOB HAT. Jetzt ist fünf Jahre später. Und es ist Inflation. Dennoch würde ich sagen, meine Haltung hat sich nicht geändert. Weshalb ich auch seit zwei Jahren (vergeblich) versuche Streitstände — zum Beispiel den über die Abgrenzung von Raub und räuberischer Erpressung — auswendig zu lernen und deshalb keine Zeit habe für spoiled-richkid-questions like „what is the next up’n’coming city for an internship in the arts?!“. Eigentlich. Aber Sie hat gefragt. Betonung auf „Sie“. Die Queen, wenn man s...

punktlive / Service Not Included

  Ich lese ja nur selten und dann ungern   Aber ich glaube mich zu erinnern, dass mich ein Marxist mal dazu gebracht hat J. Butler zu lesen, die etwas über Versammlungen geschrieben hat, und dass dann Körper politisch werden und die Frage aufkam, wie das mit einer Online-Versammlung ist und ich baff war, dass jene einer vor-Ort, will heißen einer Fleisch-und-Blut-Versammlung gleichgestellt werden könne.   Witzig, weil ich an die Hannah Arendt- Ausstellung denken musste, daran wie gefährdet diese schwarzen Körper waren, die einfach mit Polizeischutz zur Schule sind, an deren Deutung sie sich verschluckt und dafür später entschuldigt hat, während ein Konzept des „körperlosen“ Aktivismus ja gerade von Arendt ausformuliert wird, und dann merke ich, dass ich schon wieder zu assoziativ denke, und dass all dies ja nirgendwo hinführt.   Und ich wische die Erinnerung weg, wie ich mal von einem linken Mob unter Drohungen daran gehindert wurde, bei einem Hanau-Marsch mitzulaufe...

Beweis oder Behauptung (Gedanken zur Dokumenta-Debatte)

 Strengbeweis // [Link zum Sz-Artikel einfügen] https://docs.google.com/document/d/1MAVpS6ONdUCKrM1MzqtU1vsoDrosR8DUHQLjXMw4dNg/edit?usp=sharing

Der manische Richter Murmian

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  Ein prägendes Ereignis in meinem noch jungen, zerrütteten Leben war der Moment der Inthronisierung auf dem Flur des Arbeitsgerichts.  Ich war damals in einen Kündigungsschutzstreit gegen eine Eventsupport GmbH verwickelt, eine Lappalie, jeder psychisch gesunde Mensch hätte sie lächelnd weggesteckt. Doch die Manie verleitet einen zu so einigem. Die Manie und die Libido. Die sind die schlimmsten. In Kombination einem trojanischen Pferd ebenbürtig. Jedenfalls hatte ich diesen Prozess natürlich gewonnen. Also nicht mit einem feststellenden Urteil, auch ohne eine saftige Abfindung (wir reden hier von einer Mindestlohnklitsche, nicht den Big Five). Gewonnen, indem ich nachgab. Verzichtserklärung. Und ab mit dem Bus in die Uni. Verwaltungsrechtsvorlesung und Cafépause mit der Hippiecrew. Anders wäre es auch nicht zu machen gewesen. Denn die Depression hatte ihre festen Schlingen schon wieder um meinen Hals. Der Kluge ist ein Eleve der Selbstunterschätzung. Er leidet, aber muss nich...

genrmx

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Nie nie wieder -- arbeiten gehen von eins bis acht

 Liebe Insa, etwas an deinem Aufsatz hat mich beeindruckt.  Eine sprachliche Totalreduktion, glaube ich. Keine Metaphern. Kein Intellektualismus. Zoom auf das betroffene Körperteil. Naturalismus. Sekundenstil. Wäre ich klüger, könnte ich vielleicht sagen: materialistische Prosa. So kenne ich Dich, wenn ich mich recht erinnere, auch aus Gesprächen. klar, entschieden, dabei nicht menschenfeindlich. Haben wir uns im Tannenbaum mal über die Agentur EHRLICHE ARBEIT unterhalten? Ich denke doch. Fällt mir grade wieder ein.  Was machst Du jetzt? Gab es einen Paradigmenwechsel? Eine neue Erkenntnis? Eine Königsweg-Überlebensstrategie? Möchtest Du sie mir bitte verraten? Oder immer noch kluge Kombination von Schmerzmitteln? Ich fand es sehr respektabel, dass Du in der nötigen Unentschiedenheit skizziert hast, warum man das eigentlich macht, sich in solche künstlerischen Kontexte mit "Ausbeutungs"-Tendenz (vielleicht ist bei diesem Begriff etwas Vorsicht geboten) zu begeben.  D...